Josef Friedl

Straßenbahner. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1897    † 1943

 

Lebenslauf

Josef Friedl wurde am 27.9.1897 in Wien geboren. Er arbeitete als Straßenbahner.

Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe

Josef Friedl gehörte der kommunistischen Widerstandsgruppe im Straßenbahn-Betriebsbahnhof Brigittenau an.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 21. 1. 1942 wurde Josef Friedl verhaftet und am 8. 12. 1942 gemeinsam mit Josef Krčmarik, Ludwig Kupsky, Johann Plocek, Leopold Slaby und Friedrich Stix (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.3.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Schon im September 1939 trat der Angeklagte Friedl auf Aufforderung des Funktionärs Buchta der kommunistischen Betriebszelle im Straßenbahnhof Brigittenau bei und zahlte einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 1. – RM, später von 2. – RM bis zu seiner Festnahme im Januar 1942. Als Buchta im Herbst 1939 zum Wehrdienst einrückte, übernahm Friedl dessen Funktion als Gruppenführer und kassierte kurze Zeit das Mitglied Landkammer. Ende 1939 wurde er (…) Verbindungsfunktionär zur Bezirksleitung des XX. Wiener Gemeindebezirks.“

Schreiben des Oberreichsanwalts beim Volksgerichtshof an die Erben von Josef Friedl

„Haftkosten gemäß § 729 d. GKG (7. 8. 42 – 30. 3. 1943 = 235 Tage zu 1,50 RM 352,50, Kosten der Strafvollstreckung 120. – Zusammen 472. 50. “

Denkmal

Sein Name steht auf dem 1953 enthüllten Denkmal am Straßenbahn-Betriebsbahnhof Erdberg (Wien 3, Erdbergstraße 202).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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